Das Projekt Lernorte

Welche Möglichkeiten zur außerschulischen Bildung habe ich? Auf diese Frage möchte lernort.info differenzierte Antworten geben. Hier sollen alle Lernorte sichtbar werden, an denen es verschiedene Lern- und Lehrmöglichkeiten gibt: sei es durch eine Fachkraft vor Ort, sei es eine Gelegenheit zum kooperativen Arbeiten mit Materialien oder zum Selbstlernen anhand von Schautafeln, Erklärtexten oder digital verfügbaren Materialien. Die Lernorte werden hier nicht nur räumlich wahrnehmbar, sondern werden aufgrund ihrer Eigenart und speziellen Ausstattung entsprechend verschiedenen Themenbereichen zugeordnet und mit Materialien zum Download ergänzt. Ein Schlagwortregister soll das schnelle Finden erleichtern. Die beteiligten Akteur*innen erhalten damit die Möglichkeit ihre didaktischen Konzepte und Materialien zu präsentieren und sich auszutauschen.

Warum außerschulische Lernorte besuchen?

Die Exkursion ist eine „methodische Großform des Unterrichts mit dem Ziel der realen Begegnung mit der räumlichen Wirklichkeit außerhalb des Klassenzimmers. Aufgabe der Exkursion ist, […] eine direkte Erfassung [von] Phänomene, Strukturen, Funktionen und Prozesse vor Ort zu ermöglichen.“ – Gisbert Rinschede, Geographiedidaktik 2005, S. 235

Exkursionen sind demnach eine sinnvolle Ergänzung für den institutionellen Unterricht. Darüber hinaus stehen die Angebote der Lernorte auch für sich, denn in ihnen werden vielfältige Kompetenzen vermittelt. So fördern sie nach Michael Hemmer (1996):

  • Ganzheitliches Lernen, da mit allen Sinnen gelernt wird,
  • die Selbstständigkeit, da hier entdeckendes Lernen unterstützt wird,
  • Teilnehmer*innenorientierung und -integration, da gemeinsam Interessen und Planungskonzepte ausgehandelt werden können,
  • Teamfähigkeit, da meist kooperative Lernformen genutzt werden und ein gemeinsames Erlebnis im Fokus steht.

So können beispielsweise Kinder und Jugendliche das ökologische Thema Waldsterben nicht nur theoretisch über Daten und Zahlen erfassen, sondern auch im Wald entdecken und mit ihren eigenen Sinnen und Emotionen erleben. Selbstständig können zum Thema Wasserverunreinigung Proben in einem Bach genommen werden, die mit anderen verglichen werden, um gemeinsam Aussagen zur Gewässergüte zu tätigen.

Institutionelles lernen hat in unserem Bildungsverständnis einen festen Platz, dennoch bieten außerschulische Lernorte vielfältige Möglichkeiten in einer lebensweltnahen Umgebung, Neues, Fremdes, Irritierendes, Praktisches, etc. zu lernen. Darunter fällt daher auch die Wahrnehmung der geschichtlichen und landeskundlichen Forschung, die Vermittlung von kulturellen Werten und Traditionen sowie Engagement für Natur- und Umweltschutz.

Lernorte und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Lernort.info ist ein Projekt des aGEnda 21-Fördervereins und folgt Gelsenkirchens ganzheitlichem Ansatz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Daher wurden hier die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) den Lernorten thematisch sowie strukturell zugeordnet. Da alle Lernorte einen Beitrag zu hochwertiger Bildung (Ziel 4) liefern, wird dieses nicht zusätzlich benannt